Yin-Yoga ist Geduldsyoga. Und in seiner Essenz trifft das den Kern sehr gut. Denn es ist ein sehr passiver Yoga-Stil, der hauptsächlich im Sitzen oder Liegen praktiziert wird.

Yin-Yoga ist an die traditionelle chinesische Medizin angelehnt. Hierbei ist der Grundgedanke, dass der Mensch ausgeglichen ist, wenn Yin und Yang ausbalanciert sind. Da wir in unserem Alltag überwiegend im Yang leben, weil wir von Hektik, Anspannung und Stress bestimmt sind, ist das Yin-Yoga eine wunderbare Möglichkeit, um dazu einen Gegenpol zu schaffen.

Unsere Muskeln stehen für das Yang. Bindegewebe, Bändern und Sehen hingehen für das Yin. Deswegen werden die Körperhaltungen im Yin-Yoga mindestens 3 Minuten gehalten wird. Dadurch wird eine tiefere Dehnung erwirkt, die die Dehnung von Bändern und Bindegewebe fördert.

Anspannen & Entspannen

Yin-Yoga ist immer im Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung. Jede eingenommene Positin soll 3 Minuten gehalten werden. So hat der Körper Zeit, sich darauf einzurichten und tief in die Dehnung zu gehen.

Durch das lange Verweilen in den einzelnen Positionen werden Organe und Meridiane besonders intensiv angesprochen. Die positiven körperlichen Effekte des Yoga werden somit noch verstärkt.

Danach erfolgt immer eine Entspannnungsphase, in der der Körper Gelegenheit hat, das Erlebte zu verarbeiten.

Die Yoga-Haltungen bei dieser Form des Yogas sind durch Hüftöffner, Vorbeugen, Drehungen und Rückbeugen geprägt.

Einlassen & Verweilen

Da Yin-Yoga im Sitzen oder Liegen ausgeführt wird, scheint es von außen betrachtet recht unspektakulär zu sein. Doch jede Haltung erfordert ein „sich darauf einlassen“. Es verlangt ein genaues Hinspüren, was im Körper gerade vor sich geht und wie es sich anfühlt eine Stellung über einen längeren Zeitraum hinweg zu halten.

Anfänglich mag sich das ungewohnt anfühlen, denn wir müssen wieder lernen, unserem Körper zu zuhören, doch mit jedem Atemzug, mit jedem Loslassen, findet man sich besser in die Haltung ein und kommt fast schon auf magische Art und Weise tiefer hinein als es zu Anfang denkbar schien. Beim Yin-Yoga geht alles in einem langsamen Tempo vor sich, das Eintauschen in den eigenen Rhythmus steht im Vordergrund.

Der Körper soll verarbeiten, was er da erlebt hat, soll Nachspüren und erfühlen, was die jeweilige Haltung innerlich ausgelöst hat.

Daher ist das Yin-Yoga auch eine hervorragende Vorbereitung für die Meditationspraxis.