Waldbaden

Immer häufiger begegnen mir in letzter Zeit, die Begriffe „Forestbathing“ oder „Waldbaden“. Was zu meiner Kindheit ganz unspektakulär „Waldspaziergang“ hieß, erlebt gerade ein Revival.

Wie in vielen Lebensbereichen fangen wir an, uns wieder auf die einfachen Dinge und Lebensweisen zurück zu besinnen. Egal ob es dabei um den Verzehr von überwiegend regionalen Lebensmitteln geht, dem Verzicht auf Fleisch oder der gezielten Suche nach ruhigen Momenten im Leben mit weniger Stress.

Und einer dieser ruhigen Momente ist das „Waldbaden“. Der Ansatz ist bei weitem nicht neu, sondern begleitet uns schon solange, wie es Menschen auf der Welt gibt. Denn unsere Vorfahren taten nichts anderes als in den Wäldern zu leben – im Einklang mit der Natur. Über die letzten tausende von Jahren und den Fortschritt unserer Zivilisation dominiert nun jedoch das „drinnen leben“ das „draußen sein“.

Um mal eine Zahl in den Raum zu werfen: Laut einer amerikanischen Studie aus dem Jahr 2001 verbringen 87% der Amerikaner ihre Zeit in geschlossenen Räumen und weitere 6% in geschlossenen Fahrzeugen. Dass da nicht mehr viel für Zeit in der Natur übrig bleibt, kann sich jeder ausrechnen. Dabei ist gerade die Zeit mit und in der Natur so erholsam und wichtig für uns, ist sie doch evolutionär betrachtet eine unserer Wurzeln.

Was hat es nun mit dem Waldbaden genau auf sich?

Anfang der 80er hat das japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei den Begriff „Shinrin-Yoku“ geprägt. Wörtlich übersetzt bedeutet er „Baden in der Waldluft“ oder einfacher „Waldbaden“. Und es geht dabei ganz bewusst darum, mit der Atmosphäre des Waldes in Kontakt zu treten.

Im Gegensatz zu einer Wanderung in der es darum geht, ein Ziel zu erreichen, geht es beim „Waldbaden“ vornehmlich darum, zu Entschleunigen, Geräusche, Gerüche und Details zu sehen. Denn diese können nur entdeckt werden, wenn man langsam voranschreitet und eine Pause vom Stress des Alltags nimmt.
Vielen der positiven Auswirkungen des „Waldbadens“ sind in Studien nachgewiesen und einige davon sind hier aufgeführt:

1.   Entspannung von Seele und Körper
2.   Weitere Lungen
3.   Sinkender Herzschlag sinkt
4.   Niedrigerer Blutdruck
5.   Stärkung des Immunsystems
6.   Besserer Schlaf
7.   Stressreduktion
8.   Bewusstes Erleben aller Sinne

„Waldbaden“, „Forestbathing“ oder Shinrin-Yoku ist also kein neuer Wellnesstrend, sondern wissenschaftlich fundiert und belegt.

Mein Selbstversuch

Doch nun wollte ich auch selber wissen, was dran ist am „Waldbaden“ und da heute so ein herrlicher Morgen war, bin ich los in den Wald.

Ganz langsam, entspannt und ganz gespannt auf das, was mir dabei begegnen würde. Und das war unglaublich viel. Angefangen bei den letzten Nebelschwaden, die vom Boden aufgestiegen sind.

Den Wassertropfen, die noch auf den Pflanzen lagen und durch das Licht der Sonne mit ihren glitzernden Kugeln, jedem Weihnachtsbaum Konkurrenz gemacht haben.

Dem Gezwitscher der Vögel, die gefühlt alle gleichzeitig in ihren Morgenchor eingestimmt haben. Den vielen unterschiedliche Grüntöne, deren beruhigende Wirkungsich bei mir voll entfaltet hat.

Den Duft des nassen Waldbodens, der durch den Regen der letzten Nacht ganz besonders intensiv und schön war. Und – als ob sie gewusst hätten, dass ich heute meinen Selbstversuch starte – der Begegnung mit  diesen beiden wunderhübschen Schnecken, die in aller Seelenruhe in Ihren Tag gestartet sind.

Ein Resümee

Mein „Waldbaden“ war ein wunderschöner Start in den Tag. Mein Kopf war klar und ruhig. Mein Körper hat sich entspannt und aufgetankt angefühlt. Außerdem fand ich es schön zu erleben, wie viele wunderhübsche Kleinigkeiten und Details mir begegnet sind, weil ich mir Zeit genommen und darauf geachtet habe. Wiederholung ist ein absolutes „Muss“ und ich werde mir nun regelmäßig die Zeit dafür nehmen.

Und weil ich habe die Farben, Gerüche und Eindrücke so intensive genossen, dass ich Euch gleich daran teilhaben lassen wollte.

Habt Ihr auch schon eigene Erfahrungen mit „Waldbaden“ gemacht? Dann schreibt mir davon, ich bin gespannt.

Wer sich noch mehr für „Forestbathing“ oder „Waldbaden“ interessiert, der findet hier noch weitere interessante Infos:
The physiological effects of Shinrin-yoku
Association of Nature an Forest Therapy
Der Biophilia-Effekt
Das geheime Leben der Bäume
Es grünt so grün


 

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