Slow Food

Aufgrund von Hektik, notorischem Mangel an Zeit und übervollen Terminkalendern bleibt oft viel zu wenig Zeit für Kochen und den anschließenden Genuss beim Essen.

Stattdessen greifen wir zu Convenience Produkten und Fast Food, um schnell und „nebenbei“ unseren Hunger zu stillen. Dabei geht es häufig mehr darum, satt zu werden als wirklich zu schmecken, was man gerade ist.

Um dieser Entwicklung Paroli zu bieten, ist die Slow-Food-Bewegung entstanden. Im Zentrum stand dabei in den späten 80er JahrenCarlo Petrini – Soziologe und Journalist. Er gründete den Verein zur Erhaltung der Esskultur. Bewusstes Essen und vor allem auch der Genuss desselben stehen hier im Vordergrund. Gleichzeitig wird der Erhalt der regionalen Küche und deren geschmackliche Vielfalt gefördert. Und das alles mit einem moderaten Lebenstempo. Diese Initiative hat Schule gemacht, denn mittlerweile zählen über 100.000 Mitglieder in mehr als 150 Ländern zu ihr.

In Deutschland besteht die Slow-Food Bewegung schon seit 1992 und hat kann bis heute mehr als 13.500 Mitglieder zählen. Sinnbild dieser Bewegung ist die Weinbergschnecke – sie steht für „langsames Essen“.

Ziele der Slow-Food Bewegung

#1: Regional und saisonal: Ein wichtiges Ziel von Slow Food besteht darin, traditionelle Lebensmittel und die regionale Esskultur zu bewahren. Denn eine Vielfalt auf dem Teller ist nur dann möglich, wenn die bestehende biologische Vielfalt an Pflanzen und Tieren erhalten bleibt und nicht durch hybride und nur auf Wachstum und Ertrag ausgelegte Pflanzensorten ersetzt wird.

Aus diesem Grund gibt es Slow-Food-Projekte, die den Anbau ursprünglicher Obst-, Gemüse- und Getreidesorten fördern und gefährdete Nutztierarten schützen. Gleichzeitig geht der Fokus dahin, in den einzelnen Jahreszeiten nur die Obst- und Gemüsesorten zu essen, die auch gerade wachsen. Oder sie alternativ für spätere Monate einzumachen.

#2 Frische: Alle Lebensmittel, die wir zu uns nehmen, sollen unsere Sinne anregen und gleichzeitig, frisch und nahrhaft sein.

#3: Geschmacksbildung: Die Mitglieder der Slow-Food Bewegung treffen sich um in der Gemeinschaft zu kochen und zu genießen. Diese „Lobby des guten Geschmacks“ hat zudem das Anliegen, bei Jung und Alt wieder eine bewusstere geschmackliche Wahrnehmung zu fördern. Darüber hinaus organisieren sie Seminare, um über Lebensmittel, Ihre Herkunft und alles, was sonst noch von Interesse ist, zu informieren.

#4: Umweltschutz: Nachhaltiges Wirtschaften und Umweltschutz und sind weitere wichtige Ziele der Slow-Food-Bewegung. Zentrales Anliegen sind dabei eine verantwortungsvolle Landwirtschaft und Fischerei und artgerechter Tierhaltung. Der Einsatz von Gentechnik ist ein No-Go.

Wie kannst Du selber mehr Slow-Food in Deinen Alltag bringen?

Der Supermarkt um die Ecke mit seinem großen Angebot an Obst und Gemüse ist meist die einfachste und unkomplizierteste Art an Obst und Gemüse zu kommen. Doch in der Regel kommen diese Lebensmittel aus weit entfernten Herkunftsländern, müssen per Flugzeug oder Schiff zu uns transportiert werden und sind meist gar nicht richtig ausgereift.

Um den Körper gesünderes Obst und Gemüse zukommen zu lassen und gleichzeitig auch noch einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten, ist es eine gute Alternative sich nach regionalen Obst- und Gemüsehändlern umzusehen.

Auf dem Land ist das etwas leichter als in der Stadt, da es mittlerweile viele Landwirte gibt, die Ihre Erzeugnisse, wie Kartoffeln, Karotten, Salat, Rote Beete usw. direkt vom Hof weg verkaufen. Zwar gibt es dann immer „nur“ die Produkte die gerade Saison haben, doch dafür ist alles frisch und nährstoffreich und hat keine tagelangen Transportwege hinter sich.

Für all, die in der Stadt leben gibt es auch gute Alternativen. Denn in vielen größeren Orten gibt es regelmäßig Markttage an denen die Bauern aus der Region kommen, um Ihre Produkte zu verkaufen. Wer das zeitlich nicht einrichten kann, weil er beruflich sehr eingespannt ist, der kann Angebote wie Tagwerk Ökokiste nutzen. Die liefern regionales und saisonales Obst- und Gemüse, das man sich auch selber zusammenstellen kann, direkt bis nach Hause. Und oben drauf gibt es auch noch Rezeptvorschläge zum Kochen und Genießen. Die ideale Kombination für mehr Slow Food im Leben.


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