Slow Life im Alltag

In den letzten 100 Jahren hat uns der Fortschritt so vieles gebracht, das uns das Leben leichter macht. Angefangen bei der Waschmaschine, die uns das Wäsche waschen abnimmt. Der Spülmaschine, die unseren Abwasch erledigt. Dem Internet, das E-Mail verschickt, ohne das wir Briefe eintüten und zum Postkasten laufen müssen. Bis hin zu Alexa und Co., die uns mittlerweile sogar das Einstellen des Radiosenders abnehmen. Doch anstatt dadurch mehr Zeit für uns und die Dinge zu haben, die uns wichtig sind, klagen viele Menschen über zu viel Hektik, Stress, ToDos und viel zu wenig Zeit. 

Doch das muss nicht so sein, denn wir ganz alleine können darüber entscheiden, wie wir unsere Zeit verbringen möchten und wofür wir die 1.440 Minuten, die uns täglich zur Verfügung stehen, investieren möchten. Und es gibt viele Gelegenheiten im Tag, um das Tempo mal rauszunehmen. 

Sei im Hier & Jetzt 

Das liest sich erstmal leicht. Doch oftmals lenken uns unsere Gedanken, an Situationen oder Ereignisse aus der Gegenwart oder in der Zukunft genau davon ab. Nämlich HIER zu sein. In diesem Moment. Beim Abendessen mit Freunden. Beim Spielen mit den eigenen Kindern. Beim Telefonat mit der Nachbarin. Daher erfordert es auch etwas Übung, diesen Tipp umzusetzen. Deswegen immer wieder darauf achten, den oftmals gedanklich davon galoppierenden Geist wieder in die Gegenwart zurück zu bringen. 

Weniger ist mehr

Evernote, Wonderlist und die vielen anderen Tools zur Selbstoptimierung  sollen uns dabei helfen, unsere Aufgaben im Blick zu halten. Doch die beste ToDo Liste nützt nichts, wenn zuviel darauf steht und die einfach nicht zu bewältigen ist. Daher mutig sein, Dinge bewusst streichen und sich nur darauf konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Und das ist sicherlich nicht alles. 

Schalte mal ab – Slow Down

Sei zwischendurch auch unerreichbar. Schalte Dein Handy auf lautlos oder aus und pack es dorthin, wo Du es nicht siehst. Ständige Erreichbarkeit führt zu permanentem Stress. Denn ständig sind wir in Habachstellung, weil wir darauf warten eine Nachricht, E-Mail, Whats App etc. zu erhalten. 

Nimm Dein Gegenüber wieder wahr 

So häufig sehe ich in der U-Bahn, im Restaurant, vor Schulen oder auf der Straße Menschen, die zwar zusammen unterwegs sind, sich gegenübersitzen, doch im wahrsten Sinne des Wortes in unterschiedlichen Welten sind. Smartphones oder Tablets ermöglichen uns zwar Kommunikation immer und überall doch gleichzeitig werden sie gerade in solchen Situationen mehr und mehr zum Kommunikationskiller. Die reale Kommunikation wird durch eine virtuelle ersetzt. Der Fokus auf das Gegenüber geht damit immer mehr verloren. Daher Smartphone weg und Fokus auf den Gesprächspartner, der Dir direkt gegenübersitzt und nicht in irgendeinem Chat auf Deinem Handy ist. 

Gehe raus in die Natur

Wir sitzen in U-Bahnen, Autos, Büros. Die Zeit, die wir draußen im Freien verbringen ist vergleichsweise gering. Dabei kann Natur ein wertvoller Kraftspender sein. Die klare Winterluft auf der Haus, der Duft von herbstlichem Waldboden in der Nase. Das Gefühl einer Sommerwiese unter den Füßen. Das Geräusch von zwitschernden Vögeln an einem Frühlingsmorgen. All diese Dinge sprechen unsere Sinne an und führen zu einer innerlichen Ruhe. Aus diesem Grund sollten Zeiten in der Natur regelmäßiger Bestandteil der Woche oder idealerweise des Tages sein. 

Iss bewusst

Fast Food, Coffee to Go, der Snack auf die Hand – alles darauf ausgelegt, uns schnell wieder in die Produktivität und Leistung zu bringen. Dabei ist die Entspannung genauso wichtig, wie die Anspannung. Beides bedingt sich und braucht einander. Wenn das eine fehlt, leidet das andere darunter. Und beim Essen zeigt sich das oft sehr schnell körperlich. Zu schnelles Essen führt dazu, dass wir erst zu spät merken, dass wir eigentlich schon satt sind. Dass wir ein Völlegefühl im Bauch haben. Dass durch zu schnelles Kauen und Runterschlucken wichtige Vorverdauungsprozesse gar nicht in Gang kommen können und dass wir unser Essen gar nicht mehr richtig schmecken. Deshalb langsam und bewusst essen. Bissen für Bissen und dabei genießen.

Multi-Tasking gibt es nicht

Studien belegen, dass das Hirn nicht in der Lage ist, mehrere Aufgaben gleichzeitig zu erledigen. Deswegen heißt die Devise „Single-Tasking“. Jongliere künftig nicht mehrere Themen parallel, sondern fokussiere Dich nur auf eine Sache und arbeite diese erst ab, bevor Du Dich der nächsten zuwendest. Sollte Du der Versuchung erliegen, doch mit etwas anderem zeitgleich anfangen zu wollen, dann nimm Dir eine kurze Pause, atme durch und mache dort weiter, wo Du aufgehört hast. 

Atmen

Wenn Du das Gefühl hast, Dich zu verlieren und dem Tempo und der Hektik um Dich herum zu erliegen, dann mache Folgendes: Schließe die Augen, atme mehrere Male tief durch die Nase ein und durch den Mund wieder aus aus. Lass die Luft dabei in Dich hineinströmen und stell Dir vor, dass der Stress dabei gleichzeitig hinaus fließt. Am besten gleich mal ausprobieren und schauen was passiert. Für mehr slow life in Deinem Leben.