Jessie

Hallo Ihr Lieben,

ich freue mich heute ganz besonders, meine Interview-Serie auf yourSlifestyle zu beginnen. Was steckt dahinter? Ganz einfach, mir ist sehr daran gelegen, zu zeigen, dass jeder von uns eine ‚slow lifestyle‘ leben kann – ganz unabhängig von Geschlecht, Alter, Beruf, Lebenssituation oder sonstigen Kriterien. Daher möchte ich Menschen – wie Du und ich – zu Ihrem ‚slow lifestyle‘  interviewen und damit jedem Leser eine kleine Inspiration mit auf den Weg geben, um sein eigenes Leben auch ein bisschen achtsamer und bewusster zu gestalten.

Die liebe Jessie Fritzler aus der schönen Schweiz eröffnet diese Serie und ich finde es großartig, dass sie uns einen kleinen Einblick in Ihren Alltag gewährt. Euch, ganz viel Spaß beim Lesen.


1. Was bedeutet für Dich ‚Slow Lifestyle‘?

Slow Lifestyle bedeutet für mich ein bewusster und achtsamer Umgang mit mir und meiner Umwelt. Mein Tun und dessen  Auswirkung zu hinterfragen. Die Aufmerksamkeit nach innen zu lenken, um mich mit mir und meinen Bedürfnissen zu verbinden. Gleichzeitig aber auch in einer achtsamen Verbindung mit der Außenwelt zu bleiben. Nein zu sagen zu Situationen, Menschen und Dingen die mir nicht gut tun. Die kleinen Dinge im Leben wahr und wichtig nehmen, zu genießen und dankbar dafür zu sein.

Tag für Tag das Beste aus meinem Leben zu machen. Immer in meinem Tempo zu bleiben welches mittlerweile ziemlich slow ist. Zumindest in meiner Freizeit. Ich habe nicht mehr das Bedürfnis ständig irgendetwas hinterher zu jagen wie eine Verfolgte, den neusten Trends hinterher springen, alles besitzen zu müssen und so vieles erlebt zu haben nur um auch mitreden zu können. Dabei sein zu müssen. Mich wieder zurück zu besinnen zu den wirklich wesentlichen Dinge im Leben. Wie herrlich es ist, im Frühling morgens wenn die Vögel pfeifen, langsam die Sonne am Horizont aufgeht, all die wunderschönen Geschenke der Natur zu achten. Die morgendliche Tasse Tee und mein Frühstück zu genießen. Die gemeinsame Zeit mit meinen liebsten Menschen bewusst zu genießen und auch hierfür dankbar zu sein. Termine plane ich bewusst ein, um genügend Zeit für mich zu haben. Momente In denen ich wirklich tu und lasse wonach mir gerade der Sinn steht.

Langeweile kommt trotzdem nie auf und wenn doch? Ich habe einmal in einem Artikel gelesen, es wäre gut wenn die Menschheit wieder mehr Langeweile verspüren würde. So wie früher als Kind, als wir im Wald gespielt haben und uns durch die Natur haben inspirieren lassen. Zum Beispiel Baumhütten gebaut haben mit dem was gerade da war. Ohne die ganzen Ablenkungen wie Social Media, Internet, Handy etc.

Dazu gehört für mich auch, das bewusste Zubereiten meiner Mahlzeiten mit gesunden, regionalen und saisonalen Produkten. Back to the roots ist mein Credo. Mein Konsumverhalten zu überdenken und Produkte zu kaufen die unter fairen Bedingungen hergestellt worden sind.

2. Warum hast Du Dich dafür entschieden einen ‚Slow Lifestyle‘ in Dein Leben, Deinen Alltag zu integrieren? Gab es einen bestimmten Auslöser?

Nach dem ich die Hilferufe meiner Seele über Jahre durch den Lärm der Außenwelt und mangelnder Achtsamkeit meiner Bedürfnisse nicht bewusst wahrgenommen habe, ging irgendwann nichts mehr. Mein Körper schickte mir ziemlich deutliche Signale in Form einer Krankheit. Da fing ich an, mein Leben zu hinterfragen und meine Bedürfnisse immer besser wahrzunehmen. Ich arbeite jetzt einen Tag weniger, habe zwar weniger Geld, aber die gute Lebensqualität die ich mir dadurch selbst schenke, ist unbezahlbar. Es war ein ziemlich steiniger  und schmerzhafter Weg, der viel Kraft und Mut erforderte, mich mir und meinen Lebensthemen zu stellen und Verantwortung für mich zu übernehmen sowie mein Verhalten zu spiegeln.

In dieser schwierigen Zeit habe ich den Zugang zur Spiritualität gefunden. Eine der Besten Entscheidungen die ich in meinem Leben getroffen habe. Irgendwann ist der bewusste und achtsame Weg eine Lebensphilosophie von mir geworden. Ich bin viel zufriedener, glücklicher und dankbarer geworden. Habe Rituale in meinen Alltag eingebaut, die ich stets meinen Bedürfnissen anpasse. Morgens mein Ingwer oder Grüntee zubereiten anschließend Yoga zu praktizieren und zu meditieren sind in meinem Leben so stark integriert wie das morgendliche Zähne putzen und das anschließende Frühstück. Für mich ist mittlerweile am Wichtigsten, meine Aufmerksamkeit stets nach innen zu lenken und mich auch während des Tages immer wieder zu fragen, was brauche ich damit es mir gut geht? Bewusst zu atmen. Mein Körper, Geist und die Seele als ein ganzes zu achten.

3. Wie schaffst Du es als Yogalehrerin, Dir im Alltag ruhige und achtsame Momente für Dich zu schaffen?

Hauptberuflich bin ich stets im Austausch mit vielen Menschen und deren Bedürfnissen. Ich brauche das ALLEIN SEIN, suche mir kleine Inseln die mir helfen meine Batterien wieder aufzuladen und mich zu regenerieren. Die Zeit für mich zu nutzen und auch mal „nein“ zu sagen wenn es erforderlich ist. Auf dem Heimweg eine Station früher aus dem Bus zu steigen, um ein paar Schritte zu gehen, meine Atmung zu beobachten und die Schritte ganz bewusst wahrzunehmen. Eine Tasse Entspannungstee am Abend, ein warmes Bad und ein gutes Buch anstelle von Internet. Vielleicht auch ganz spontan mit dem Herzmann Essen gehen. Kaffee trinken mit der Freundin. Wichtig für mich ist, es muss für mich stimmig sein. Ich halte inne, bin immer und immer wieder im Austausch mit MIR SELBST.

4. Wir haben gefühlt immer zu wenig Zeit, was würdest Du den Lesern raten, um mit ihrem ganz persönlichen ‚Slow Lifestyle‘ zu beginnen?

In kleinen Schritten anzufangen. Es ist wichtig, sich kleine Ziele zu setzten und diese zu erfüllen als mit 30 Minuten täglich zu beginnen und nach dem zweiten Tag gefrustet zu sein. In den Kontakt mit deinem Wahren selbst zu treten und lernen zu fühlen was deine Bedürfnisse sind. Dir diesen Raum zu geben, Dich für einen Moment von der Außenwelt zurückzuziehen und alles ein wenig zu reduzieren. Du erlebst bestimmt sehr viel Spannendes, wenn du in einem Verein bist, ein Instrument spielst, Dich jeden Abend verabredest. Aber wann bist Du denn nur für Dich? Mit sich selbst allein zu sein ist etwas, was sehr viele Menschen im Laufe der Zeit vergessen haben oder auch Angst davor haben.

Die Stille auszuhalten und nur Dir selbst zu lauschen, ist etwas was auch du wieder lernen kannst. Du hast es bloß vergessen. Nimm bewusst war was du siehst. Was zeigt sich dir jetzt gerade? Besonders in unserer hektischen Welt ist es so wichtig alles wieder bisschen langsamer und ruhiger anzugehen. Solltest Du Lust haben sonntags im Schlafanzug den ganzen Tag auf dem Sofa zu lümmeln und ein Buch zu lesen. Dann tu es. Es ist okay, ein ruhiges Wochenende zu verbringen. Lerne, dass nur Du alleine weißt, was für dich gut und richtig ist, ohne es immer allen recht machen zu wollen und zu gefallen. Du musst nicht auf jeder Hochzeit tanzen. Erstmal wird Dein Umfeld vielleicht überrascht sein, aber irgendwann fangen sie an zu merken wie gut es Dir durch diese Veränderungen geht.

Ich kann Dich nur ermutigen bereits heute anzufangen dich für ein slowlife zu entscheiden. Einen Schritt zurück zu gehen und die vielen wunderschönen Geschenke die die Welt für dich bereit hält anzunehmen. Das größte Geschenk, welches Du Dir selbst schenken darfst.

Namasté


Liebe Jessie, am Ende dieses wunderbaren Interviews, tausend Dank für diesen schöne Einblick in Dein ‚Slow Life‘ und die vielen Anregungen, die wir daraus ziehen können. Wenn Du mehr über Jessie erfahren möchtest, dann schaue doch einfach mal auf Ihrer Website vorbei.


 

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