Schon seit jeher haben die Menschen ihr Leben nach den Jahreszeiten ausgerichtet. Der Mond, die Sonne und das Wetter bestimmten die Ernte und damit die Lebensgrundlage. Aus diesem Grund wurden auch viele Feste an den Jahreszeiten ausgerichtet und haben die Menschen durch das ganze Jahr begleitet.

Mit fortschreitender Industrialisierung und Globalisierung sind diese Themen und das Wissen darum in den Hintergrund gerückt und teilweise sogar ganz in Vergessenheit geraten.

Dabei können diese Jahreszeitenübergänge, Bräuche und Feste schöne Rituale sein, um auch die eigenen Bedürfnisse danach auszurichten.

Eines dieser Feste liegt gerade hinter uns. Denn der Übergang vom Oktober zum November war und ist für verschiedene Kulturen und Religionen ein bedeutsames Datum.

Bei den Kelten hieß der Vorabend zu Allerheiligen „Samhain“ und war das keltische Sylvester. Die Kelten unterteilten ihr Jahr in Morgen, Mittag ( ~ Sommersonnwende ), Abend und Nacht ( ~ Wintersonnwende ). Zudem hatten sie auch nur zwei Jahreshälften. Das Sommer-Halbjahr war der Jahrestag. Das Winter-Halbjahr war die Jahresnacht und die begann mit „Samhain“.

Diese Nacht symbolisierte den Übergang vom alten Jahr ins neue. Und den alten Überlieferungen nach ist in solchen besonderen Nächten alles möglich. Die Zwischenräume zwischen dem Diesseits und dem Jenseits scheinen sich aufzulösen. Ein Niemandsland entsteht in dem Lebende und Ahnen sich in welcher Form auch immer begegnen können.

Auch die Kirche feiert in diesem Zeitraum und zwar Allerheiligen am 1. November eines jeden Jahres. Übersetzt wurde dies aus dem Englischen „All Hallows Eve“, woraus sich irgendwann auch Halloween abgeleitet hat.

Der Herbst als Zeit des Rückzugs und der Innenschau

Viele Riten aus dem Jahreszeitenkalender begleiten uns damit in irgendeiner Form noch bis heute und das sollten wir auch weiterhin zelebrieren. So können wir den aktuellen Übergang von Herbst zu Winter, der gerade überall sichtbar ist, auch für uns selber nutzen und uns mehr und mehr der Innenschau widmen.

Denn wenn wir nach draußen schauen, sehen wir, dass sich die Natur mehr und mehr zurückzieht. Die Bäume lassen ihre Blätter fallen. Die Tiere sammeln noch die letzten Vorräte für den bevorstehenden Winter ein. Die Sonne wird schwächer. Die Energie, die im Sommer nach außen gekehrt war, zieht sich jetzt nach innen. Alles wird langsamer, ruhiger und bereite sich auf die kalte Jahreszeit vor.

Wir selber beginnen das auch an unserem eigenen Biorhythmus zu merken. Durch die kürzeren Tage und längeren Nächte fährt unser Körper nach unten. Das Bedürfnis nach gemütlichen Abenden bei Kerzenschein wächst und das Bedürfnis, sich draußen aufzuhalten sinkt. Alles fällt schwerer und kostet mehr Kraft.
Gleichzeitig ist diese Zeit eine wunderbare Möglichkeit, wieder einmal tief in sich hinein zu spüren. Seiner Intuition und seinen eigenen Bedürfnissen wieder mehr Raum zu geben.

Daher sollten wir sie genießen, diese Zeit, in der wir uns sammeln und ausruhen können für den nächsten Frühling, der dann wieder unsere ganze Kraft und Energie braucht, um für Wachstum und Neuerungen offen zu sein.


 

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