Kapelle

Viele von uns – mich übrigens eingeschlossen – verbinden die Fastenzeit in der Regel mit nichts Essen, Entbehrungen oder dem Verzicht auf viele Dinge wie Alkohol, Süßigkeiten, Kalorien und sonstige Laster, die sich in der Liste sicherlich beliebig fortsetzen lassen.

Denn im Kern der Fastenzeit geht es darum sich durch Entbehrungen mal wieder auf all die Dinge zu besinnen, die man eigentlich in unserer ‚Wohlstandsgesellschaft‘ so hat und die wir als selbstverständlich ansehen, obwohl sie das für viele anderer Menschen vielleicht gar nicht sind. Sich zwischendurch immer wieder bewusst zu machen, wie gut es einem geht ist aus meiner Sicht überaus sinnvoll. Doch muss das zwingend durch Verzicht passieren oder gibt es vielleicht auch andere, positiv assoziiertere Möglichkeiten, sich die Dinge bewusst zu machen, die einem wichtig sind?

Nicht weniger von allem, sondern mehr

Daher befasse Dich in den nächsten 40 Tagen nicht damit, auf was Du idealerweise alles verzichten solltest, sondern hole Dir doch stattdessen lieber die Dinge in Dein Leben und Deinen Alltag, die Dir wichtig sind und für die Du Dir vielleicht sonst keine Zeit nimmst.

Möchtest Du zum Beispiel mehr Zeit mit Deinen Kindern oder Deinen Freunden verbringen, dann nimm Dir vor, ein- bis zweimal in der Woche am Abend früher aus dem Büro zu gehen.

Willst Du mal wieder mehr für Deinen Körper tun? Dann lass das Auto häufiger stehen und gehe stattdessen ein paar Schritte zu Fuß zur Arbeit, zum Einkaufen, wohin auch immer. Oder gönne Dir anstelle der Currywurst zum Mittagessen zwischendurch auch mal einen Salat.

Wünscht Du Dir häufiger in der Natur zu sein und Ruhe zu haben? Dann plane an den Wochenenden ganz bewusst Zeit für Spaziergänge und Ausflüge ein.

Hast Du schon seit einer gefühlten Ewigkeit vor, mit dem Malen, dem Klavier spielen, dem Volleyballspielen oder einem anderen Hobby anzufangen? Dann schau‘ doch gleich mal nach, was die Volkshochschule oder der Sportverein in Deiner Nähe an Kursen anzubieten hat.

Nutze die nächsten 40 Tage bis Ostern und besinne Dich weniger darauf, was Du in dieser Zeit nicht tun möchtest, sondern vielmehr darauf, was Du in dieser Zeit bewusst für Dich tun möchtest. Höre einfach mal in Dich hinein, ich bin mir sicher es gibt viele Antworten.

Hab‘ eine schöne Fastenzeit und mache das, was Dir gut tut.  


‚Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen.‘  – Seneca –


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