Hallo, ich bin Nani. Ich habe zwei Leidenschaften: wegfahren und zurückkehren. Nein, eigentlich sind es drei: fotografieren. Deshalb habe ich mir Anfang des Jahres überlegt, dass ich gern meine Reisebilder und persönlichen Reisegeschichten mit der Welt teilen möchte und habe den Instagram-Blog @lets__go__get__lost gegründet.

Für mich hat Reisen zweierlei Bedeutung. Zum einen ist es die Erholung vom Alltag und zweitens ist es die Abwechslung vom Alltag. Daher kann ich auch nicht behaupten, dass ich meine Ferien ausschließlich am Strand verbringe. Es ist vielmehr eine Kombination von ausschlafen, Zeit haben, in Ruhe Mahlzeiten genießen, seine Sinne zu erfreuen, zu entdecken, und auch körperlich aktiv zu werden.

Ich kann hier niemanden den ultimativen Rat geben, wie eine perfekte Reise aussehen kann, aber ich kann den Rat geben, sich vorher bewusst zu machen, was man will und es dann gut zu planen. Für manche ist es nämlich die pure Erholung oder Befreiung der Sinne den Himalaya zu erklimmen oder mit dem Rucksack durch Thailand zu tengeln. Mein Mann findet es irre gut jeden Tag 6 Tage lang auf Berge hoch zu radeln. Für mich wäre das alles eine Tortur. Denn Reisen kann auch Stress bedeuten. Die meisten von uns haben nur 30 Tage Urlaub im Jahr, man will also die Zeit maximal ausnutzen. Zudem kostet Urlaub zusätzliches Geld, welches man mit größtmöglichen Effekt einsetzten will. Daher wird dann auch schon mal der Flug um 2Uhr morgens gebucht, oder die Nacht mit dem Auto durchgefahren. Man steckt zunächst einmal eine deutlich höhere Menge Energie in den Beginn der Reise, als man sie im Alltag bräuchte. Für ein entspanntes Reisen sollte man den Urlaub möglichst so gestalten, dass es perfekt für einen passt. Wenn ihr mögt stellt euch doch vor der Reise folgende Fragen und nehmt euch dafür ausreichend Zeit. Denn Vorfreude ist eine der größten Freuden:

#1 Wohin möchte ich reisen? Wann ist die beste Reisezeit für mich und die beste Reisezeit vor Ort? Mag ich puren Sonneschein oder ist Monsunregen auch ok? Ist es dort sicher? Oder nehme ich besser die kugelsichere Weste mit? Sonnenschein ist übrigens für uns Kriechnässe gewohnten Nordeuropäer sehr wichtig. Warum? Wegen dem Vitamin D und der guten Laune, die sie macht. (Gegen Hautkrebs gibt es UV-Schutz.)

#2 Was muss ich über das Land wissen, das ich bereisen will? Braucht man ein Visum? Eine Impfung? Taucherausrüstung? Ein Gesundheitszeugnis? Ein Kopftuch?

#3 Was packe ich ein? Mach dir doch eine Liste und fange rechtzeitig damit, an Dinge aufzuschreiben. Ich habe in meinen Kalender/Agenda jedes Jahr mehrere Listen. Den Kalender schleppe ich immer mit mir umher und wenn mir etwas spontan einfällt, schreibe ich es auf. Dann ist der Kopf wieder frei. Und hat man doch etwas vergessen: Relax! Es gibt an den meisten Orten dieser Welt dieselben Zivilisationsgegenstände in Supermärkten dank Globalisierung. Und so eine Zahnbürste mit chinesischen Zeichen ist doch auch ein witziges Mitbringsel, oder?

Foto: Nani

#4 Wie komme ich dorthin? Flug, Auto, Zug, zu Fuß. Hier ist man oft von verschiedenen Variablen abhängig: Geld, Zeitpunkt, Angebot. Man kann jedes Fortbewegungsmittel wählen, solange du Lust drauf hast und es dich nicht zu sehr anstrengt. Wenn Ihr um 2 Uhr morgens einen günstigen Flug bucht, habt ihr zwar den ganzen Tag am Urlaubsort zusätzlich zur Verfügung, aber das bringt Euch gar nichts, wenn man dadurch die ganze Nacht nicht geschlafen hat und den zusätzlichen Tag doch nur im Halbschlaf verbringt. Es gibt Nachtmenschen, denen es nichts ausmacht, nachts zu reisen, aber dem allgemeinen Menschen macht eine Tag/Nacht-Rhythmus-Umkehr schwer zu schaffen. Vielleicht erinnert Ihr Euch an den letzten Jetlag.

#5 Wo werde ich wohnen? Wenn Ihr Verwandte oder Freunde am Reiseort habt, ist das umso besser, aber wohnt bitte nicht dort (außer es mangelt am Geld.). Man muss sich stark anpassen oder unausgesprochene Vorstellungen führen möglicherweise zu Problemen. Dennoch können diese „locals“ auch die Juwelen einer Reise sein. Sie zeigen einem das Leben am Ort und man nimmt teil und ist nicht nur als Tourist dabei. Auf meinen Reisen sehe ich mir gern alle Touristen-Sights an, aber ich bin auch gern Abseits des Touristenstroms. Von den Abseitsentdeckungen berichte ich besonders gern auf meinem Insta-Blog.

#6 Wie soll die Unterkunft aussehen? Komfort muss jeder für sich selbst definieren. Für mich ist wichtig, dass ich tatsächlich von alltäglichen Pflichten befreit werde. Ich gebe zu, dass ich mich gern „bedienen lasse“. Dazu gehört auch, bekocht zu werden. Wobei mein Rat ist, nicht „all inclusive“ zu wählen. Hotels, die das anbieten, werden einem nie hochklassige Nahrungsmittel anbieten. Daher buchen wir maximal das Zimmer und ggf. noch das Frühstück dazu und suchen uns dann Restaurants oder ähnliches wo keiner Englisch spricht und hauptsächlich Einheimische sitzen. Nach unserer Rückkehr kochen wir dann häufig die Gerichte mit den transportfähigen mitgebrachten Lebensmitteln (meist Gewürze) nach.

Foto: Nani

#7 Und was machen wir während des Urlaubs? Entspannen natürlich. Der eine reinigt seine Seele mit Meditation, der andere mit Wandern. Manche Paare haben endlich mal Zeit zu Reden. Wer sich Sehenswürdigkeiten ansehen möchte, kann heutzutage fast alles vorher online buchen und spart sich das Anstehen in der Schlange. Einen minutiösen Zeitplan kann ich jedoch nicht empfehlen. Im Urlaub möchte ich frei sein von äußeren Zwängen. Da jedoch montags viele Museen zu haben, kann ein bisschen Planung auch wieder nicht schaden.

In der Mitte liegt die Wahrheit. Außerdem finde ich, dass bei der ganzen Ich-bezogenen Achtsamkeit, es auch ganz wunderbar sein kann, mal eine Zeit lang die Aufmerksamkeit nicht auf sich selbst zu lenken, sondern sich vom Land, der Kultur, der Natur und den Menschen ablenken zu lassen. Wir sind ja schließlich dann an einem Ort, den wir uns gewünscht haben, der uns erfreut und wir haben alles um uns mit Sorgfalt ausgewählt. Warum dann nicht mal sich selbst loslassen?

#8 Wie lange sollte eine Reise sein, damit sie erholsam ist? Das entscheidet Ihr ganz allein. Ich reise meist nur 10 Tage umher. Das liegt hauptsächlich daran, dass ich eine kranke Mutter habe. Um entspannt zu starten und auch entspannt wiederzukehren, rate ich vor dem Reisestart mindestens einen Tag frei zu haben und im Anschluss mindestens zwei.

#9 Und die Rückkehr? Hier gilt ähnliches, wie unter 4. geschrieben. Nachts um 4 Uhr am Flughafen zu landen und dann am nächsten Morgen zurück an den Arbeitsplatz zu kehren ist die schnellste Möglichkeit, um die im Urlaub zurück gewonnene Energie wieder abzugeben. Man muss ja eh bis zu einer bestimmten Uhrzeit das Hotel, Zimmer, Appartement verlassen haben, warum dann nicht direkt zum Flughafen, Bahnhof oder ins Auto? Ich freue mich jedes Mal wieder in mein geliebtes Bett zu krabbeln und mit großartigen Erinnerungen wieder zu Hause zu sein.

#10 Spaß haben. Nicht vergessen. Man bereut nur das, was man nicht getan hat.


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6 thoughts on “Gastbeitrag – 10 Tipps für Reisen im Slow Mode”

  1. Hi,
    Sehr schöner Beitrag mit klasse Tipps und die schönen Fotos dazu. Da komme ich richtig in Urlaubsstimmung bei diesem grauen Regenwetter…

    Grüße Beate

    1. Liebe Beate,
      das freue mich sehr zu lesen. Jetzt schon mal viel Spaß bei der Planung Deines nächsten Urlaubs, bei dem Dir der ein oder andere Tipp vielleicht hilfreich ist. Eine schöne Restwoche,
      Steffi

    1. Lieber FräuleinGoodLife Team,

      das klingt super.
      Hoffe, Ihr hatte ein entspanntes Wochenende und lasst es heute Abend noch gemütlich ausklingen.

      LG,
      Steffi

  2. Sehr schöner Beitrag. Da kann ich mich tatsächlich in einigen Punkten wiederfinden. Für mich ist die Planung auch das A und O für eine entspannte Reise.

    Liebe Grüße aus Montenegro,
    Steffi

    1. Liebe Steffi,

      ja, das mit der Planung geht mir auch so, da werden die Checklisten schon Wochen vorher aktualisiert ;).
      Freue mich sehr, dass die Idee für einen Gastbeitrag der lieben Nani so gut ankommt. Und Ihr wird das positive Feedback sicherlich auch ein Lächeln auf die Lippen zaubern!!!

      Liebe Grüße nach Montenegro,
      Steffi

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